Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Eichstätt und in der Stadt Ingolstadt

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Artenvielfalt am Haus und im Garten
Die Natur Natur sein lassen

Personen am Schulgarten bei Gesprächen

Für Artenvielfalt und Insektenschutz braucht es nicht viel - nur Natur und Zeit. Unser Amt beteiligt sich an der bayernweiten Aktion 'Blühende Ämter'. Wir haben die Außen- und Grünflächen unserer Gebäude naturnah gestaltet. Lassen Sie sich inspirieren!  Mehr

Stadt Ingolstadt und Landkreis Eichstätt
In der Region wird Biodiversität gelebt!

Blüten mit Biene

Das Wort "Biodiversität" ist momentan in aller Munde. Aber Worten müssen Taten folgen. In der Stadt Ingolstadt und im Landkreis Eichstätt setzen Land- und Forstwirte bereits viele Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität um. Das AELF unterstützt und berät sie dabei. Eine Auswahl von Leistungen für die Artenvielfalt finden Sie hier: 

Schafhaltung in der Region rückläufig
Tierische Landschaftspfleger unterwegs

Schafherde

Meist werden Schafe als tierische Landschaftspfleger für den Erhalt wertvoller Offenlandflächen eingesetzt, damit diese nicht verbuschen, zum Beispiel auf den Wacholderheiden im Altmühltal. Erstaunlicherweise schaffen sie nämlich dort durch ihr selektives Fressen und ihren Tritt, aber auch ihre düngenden "Hinterlassenschaften" eine Vielfalt an Pflanzen, Lebensraum für Insekten und Nahrung für Vögel.   Mehr

Rückblick

Regenwürmer systemrelevant für unsere Umwelt
2,6 Millionen Arbeiter auf der Landesgartenschau

Regenwurm

Diese Tiere muss man einfach mögen: Regenwürmer sind die wohl wichtigsten Arbeiter im Boden. Um ihre Leistungen sichtbar zu machen, hat unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf dem Gelände der Landesgartenschau in Ingolstadt ein Terrarium für die Tiere geschaffen.  Mehr

Pflanzaktion des AELF mit Landschaftspflegeverband Eichstätt und Gemeinde Eitensheim
Streuobst für mehr Artenvielfalt in Stadt und Land

Drei PErsonen betrachten Obstbaum

In einer gemeinsamen Pflanzaktion im Schulgarten der Landwirtschaftsschule Ingolstadt und auf einer extensiven Grünfläche der Gemeinde Eitensheim unterstützten Anfang Dezember 2019 Bürgermeister Michael Stampfer, Landrat Anton Knapp und Behördenleiterin Else Gressmann die Aktivitäten für mehr Artenvielfalt in der Stadt und auf dem Land. "Jeder Baum zählt", so Gressmann – auch die zwei im Schulgarten, und dankte dem Landkreis für die Zustimmung zur Neupflanzung. Peter Riegg, Gebietsbetreuer für Streuobst und Hecken beim Landschaftspflegeverband suchte die alten Streuobstsorten aus und pflanzte diese mit dem Biodiversitätsbeauftragten Heinz Zacherl vom AELF Ingolstadt sowie dem Bauhof von Eitensheim. Zum Abschluss zeigte Riegg, wie ein fachmännischer Obstbaumschnitt bei Neupflanzungen aussieht.  

Pflanzaktion fand im Rahmen einer landesweiten Streuobst-Aktion des Landwirtschaftsministeriums
Mit dieser Aktion soll auf den bedauerlichen Rückgang der Streuobstwiesen in Bayern aufmerksam gemacht und dem Verlust weiterer Streuobstwiesen entgegen gewirkt werden. Gab es 1965 noch 20 Millionen Streuobstbäume sind gegenwärtig nur noch 6 Millionen übrig - ein Rückgang um 70%. Von 1989 bis 2018 ist ein jährlicher Verlust von 100.000 Streuobstbäumen zu beklagen (Schriftliche Anfrage, Bayerischer Landtag 17/21484). Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Bayern. Rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten kommen dort vor. Daher ist wichtig die Bevölkerung für den Streuobstanbau zu sensibilisieren und dem Rückgang der Streuobstwiesen entgegenzuwirken.
Die Aktion gehört zum Themen-Schwerpunkt Biodiversität, den die Landwirtschafts- und Forstverwaltung 2019 und 2020 setzt. Unter dem Motto "Unser Auftrag: Erzeugung gestalten – Arten erhalten" werden bayernweit Veranstaltungen durchgeführt, die sich mit den Aspekten und Möglichkeiten zur Verbesserung der Artenvielfalt beschäftigen. Begleitende Kampagnen und Informationen der Landesanstalten, der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und anderer Einrichtungen der Landwirtschaftsverwaltung haben das Ziel, das Streuobst und den Absatz der daraus hergestellten Produkte zu fördern. Auch bei der Beratung und Weiterbildung der Land-, Forstwirte und Gärtner wird die Biodiversität eine zentrale Rolle einnehmen.

Pressemitteilung des StMELF Externer Link

Umweltwissen für Schüler, Brutplätze für Vögel
Erste Aktion am Vormittag: das Aufhängen selbstgebauter Nistkästen der Schelldorfer Dritt- und Viertklässler am Schulgebäude. Sie bieten jetzt brütenden Mauerschwalben ein Zuhause. Josef Schnell vom AELF Ingolstadt dankte den Schülern und den Verantwortlichen der Nistkastenaktion, Lehrer Ludwig Presser und Norbert Krapmann vom Landschaftspflegeverband, für ihren großen Fleiß. Schulleiterin Silke Kleve erklärte, dass die Umwelterziehung an der Grundschule Schelldorf einen hohen Stellenwert einnehme, und freute sich über den weiteren Baustein, die neuen Nistkästen für Mauerschwalben. Man habe außerdem schon eine Blühwiese und eine abgegrenzte Bodenfläche für Wildbienen angelegt, die beide sehr gut angenommen würden.
Methoden für mehr Biodiversität
Danach ging es ab in die Natur: Heinz Zacherl vom AELF Ingolstadt und Dominik Fehringer, Wildlebensraumberater des AELF Pfaffenhofen, hatten vier Infostationen zur Rettung und Intensivierung der Artenvielfalt aufgebaut.
Streuobstwiese

Station 1: Streuobstwiese

Gewässerrandstreifen

2. Station: Gewässerschutz

Blühflächen

3. Station: Blühflächen

Lebensraum Hecke

4. Station: Lebensraum Hecke

Diskussionsrunde
Nach der Flurbegehung durch die Natur kehrten die Teilnehmer ins Gasthaus Jurahof in Biberg ein zur intensiven Diskussion über die Landwirtschaft versus Natur, Umwelt und Gesellschaft. Die Auflagen, die durch das neue Volksbegehren auf die Landwirtschaft zukämen, seien gerade für kleinere, flächenknappe Betriebe nur schwer zu erfüllen, der Unmut darüber wurde im Gespräch deutlich. Gefordert wurde, dass die Inhalte des Volksbegehrens transparenter kommuniziert werden müssten, da viel Unklarheit herrsche. Unverständnis äußerte die Runde, dass kaum außerlandwirtschaftliche Belange des Artenschutzes im kommenden Gesetz enthalten sind. Einig waren sich die Teilnehmer des Fachgesprächs, dass alle den Auftrag haben, die Arten zu schützen.

Qualifizierung zu erlebnisorientierten Angeboten in Schönfeld
Themenfeld Wiesen und Hecken erlebnisorientiert gestalten

Gruppe Frauen auf einem Wiesenweg mit HeckeZoombild vorhanden

Der Natur auf der Spur

20 Anbieter holten sich beim Thementag des AELF Ingolstadt im Mai 2019 in Schönfeld Ideen für erlebnisorientierte Gestaltung in diesem Bereich. Das Thema "Wiesen und Hecken" bietet viel Raum für Führungen und Lernprogramme: Energiekreisel aus Blütenblättern, Ameisen in der Becherlupe und Orden aus Klettlabkraut sind tolle Beispiele, wie Kinder und Erwachsene die Natur erleben können. Außerdem gab es Fachwissen rund um Wiesen und Hecken, Bodenleben, Kräutereinsatz in der Küche und zur Biodiversität. Die Teilnehmer testeten selbst Methoden für erlebnisorientierte Angebote und tauschten Erfahrungen aus. Hedwig Weikl und Claudia Eberl vom AELF Ingolstadt hatten die Qualifizierung organisiert und begleitet. Zu den Referenten zählten Brigitte Zinsmeister, Kräuterpädagogin, und Heinz Zacherl, AELF Ingolstadt.