Thema: Schafhaltung
Schäferleben - Schäfersterben

Schafherde

Im Blick öffentlicher Diskussionen stehen im Zusammenhang mit der Tierhaltung in der Regel Rinder und Schweine. In unserer Region spielt aber auch die Schafhaltung eine wichtige Rolle.

Meist werden die Wiederkäuer als Landschaftspfleger für den Erhalt wertvoller Offenlandflächen wie zum Beispiel die Wacholderheiden im Altmühltal eingesetzt, damit diese nicht verbuschen. Durch das selektive Fressen und den Tritt der Tiere wird eine Vielfalt an Pflanzen auf den Flächen geschaffen. Gemeinsam mit dem Dung, den die Schafe hinterlassen, entsteht für Insekten ein idealer Nahrungsplatz, und damit indirekt auch den Vögeln. Damit leisten sie und ihre Schäfer einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Verbuschte Flächen hingegen sind viel artenärmer und weisen eine deutlich geringere Biomasse an Insekten auf.

Betriebe mit Schafthaltung gehen stark zurück

Diagramm Entwicklung Betriebe mit SchafhaltungZoombild vorhanden

Betriebe 1984 bis 2019

Für die Pflege der Landschaftselemente und die Kulturlandschaft erhalten die Schäfer Unterstützung aus staatlichen Förderprogrammen wie dem Kulturlandschafts- oder dem Vertragsnaturschutzprogramm. Diese Einnahmen sind für die Schäfer äußerst wichtig, da der Verkauf von Wolle, Lämmern und Lammfleisch alleine schon lange nicht mehr rentabel ist. Da der Beruf des Schäfers außerdem arbeits- und entbehrungsreich ist, verwundert es nicht, dass es immer weniger Schafhalter in unserer Region gibt. Waren 1984 noch 252 Schäfer aktiv, so sind es heute nur 102. Das bedeutet einen Rückgang von 60 %.

Zahl der Mutterschafe sinkt genauso

Diagramm Entwicklung der MutterschafbeständeZoombild vorhanden

Mutterschafe 2000 bis 2018

In den letzten zwanzig Jahren reduzierte sich die Zahl der Mutterschafe von 6.558 im Jahr 2000 auf 4.094 im Jahr 2018 (-38 %). Während die Mutterschafe in den kleinen Beständen nur geringfügig weniger wurden, fiel die Zahl bei den mittleren und großen Betrieben deutlicher. Dies zeigt den wirtschaftlichen Druck auf die Berufsschäfer. Von der Schafhaltung als Haupterwerbsbetrieb mit über 100 Mutterschafen können heute nur noch fünf Betriebe in unserem Dienstgebiet leben. Der bayernweite Trend sieht nicht anders aus: 2000 gab es 281.485 Mutterschafe in 8.023 Betrieben, 2018 sind es noch 207.663 Mutterschafe (-26 %) in 6.064 Betrieben (-24 %).