Düngung und gesetzliche Grundlagen

Düngung

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Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Gebietskulisse

Rote und gelbe Gebiete im Dienstgebiet des AELF Ingolstadt

Übersichten der roten und gelben Gebietskulisse auf Gemarkungsebene im Landkreis Eichstätt und der Stadt Ingolstadt 

Rote Gebiete im Dienstgebiet

Rote Gebiete im Landkreis Eichstätt und der Stadt Ingolstadt (Stand: Januar 2021)
GemarkungsnummerGemarkungsnameGemeindeschlüsselGemeindeLandkreisAnzahl Feldstücke
3953Kevenhüll176114BeilngriesEichstätt16
3961Amtmannsdorf176114BeilngriesEichstätt6
3964Wolfsbuch176114BeilngriesEichstätt38
3967Großnottersdorf176164TittingEichstätt109
3968Stadelhofen176164TittingEichstätt86
3969Mantlach176164TittingEichstätt116
3970Morsbach176164TittingEichstätt56
3971Kesselberg176164TittingEichstätt191
3972Titting176164TittingEichstätt15
3973Emsing176164TittingEichstätt16
3974Altdorf176164TittingEichstätt1
3975Kaldorf176164TittingEichstätt140
3976Erkertshofen176164TittingEichstätt53
3977Petersbuch176164TittingEichstätt198
3981Erlingshofen176137KindingEichstätt2
4005Workerszell176160SchernfeldEichstätt115
4006Schernfeld176160SchernfeldEichstätt83
4007Langensallach176160SchernfeldEichstätt44
4008Sappenfeld176160SchernfeldEichstätt62
4009Schönau176160SchernfeldEichstätt45
4011Seuversholz176155PollenfeldEichstätt64
4012Pollenfeld176155PollenfeldEichstätt216
4013Wachenzell176155PollenfeldEichstätt44
4015Weigersdorf176155PollenfeldEichstätt109
4016Preith176123EichstättEichstätt286
4024Pfünz176165WaltingEichstätt2
4032Wintershof176123EichstättEichstätt52
4035Eichstätt176123EichstättEichstätt4
4036Landershofen176123EichstättEichstätt59
4037Wasserzell176123EichstättEichstätt5
4051Eberswang176121DollnsteinEichstätt80
4052Obereichstätt176121DollnsteinEichstätt24
4054Breitenfurt176121DollnsteinEichstätt1
4055Pietenfeld176111AdelschlagEichstätt164
4056Adelschlag176111AdelschlagEichstätt105
4058Möckenlohe176111AdelschlagEichstätt5
4064Biesenhard176166WellheimEichstätt74

Gelbe Gebiete im Dienstgebiet

Gelbe Gebiete im Landkreis Eichstätt und der Stadt Ingolstadt (Stand: Januar 2021)
GemarkungsnummerGemarkungsnameGemeindeschlüsselGemeindeLandkreisAnzahl Feldstücke
3951Litterzhofen176114BeilngriesEichstätt13
3954Wiesenhofen176114BeilngriesEichstätt55
3967Großnottersdorf176164TittingEichstätt140
3968Stadelhofen176164TittingEichstätt137
3969Mantlach176164TittingEichstätt140
3970Morsbach176164TittingEichstätt140
3971Kesselberg176164TittingEichstätt254
3972Titting176164TittingEichstätt216
3973Emsing176164TittingEichstätt206
3974Altdorf176164TittingEichstätt95
3975Kaldorf176164TittingEichstätt213
3976Erkertshofen176164TittingEichstätt244
3977Petersbuch176164TittingEichstätt188
3978Haunstetten176137KindingEichstätt53
3981Erlingshofen176137KindingEichstätt105
3982Berletzhausen176137KindingEichstätt104
3983Enkering176137KindingEichstätt159
3984Kinding176137KindingEichstätt3
3987Schafhausen176137KindingEichstätt68
3989Hirnstetten176138KipfenbergEichstätt118
3990Pfahldorf176138KipfenbergEichstätt62
4011Seuversholz176155PollenfeldEichstätt11
4012Pollenfeld176155PollenfeldEichstätt234
4013Wachenzell176155PollenfeldEichstätt166
4015Weigersdorf176155PollenfeldEichstätt2
4044Buxheim176118BuxheimEichstätt56
4049Haunsfeld176148MörnsheimEichstätt47
4050Ensfeld176148MörnsheimEichstätt161
4057Ochsenfeld176111AdelschlagEichstätt1
4059Wolkertshofen176149NassenfelsEichstätt31
4060Nassenfels176149NassenfelsEichstätt49
4061Meilenhofen176149NassenfelsEichstätt223
4062Egweil176122EgweilEichstätt26
4063Konstein176166WellheimEichstätt126
4064Biesenhard176166WellheimEichstätt128
4065Wellheim176166WellheimEichstätt181
4066Gammersfeld176166WellheimEichstätt110
8034Mindelstetten176147MindelstettenEichstätt1
8039Unterdolling176150OberdollingEichstätt1
8041Forchheim176153PförringEichstätt1
8043Pförring176153PförringEichstätt52
8044Wackerstein176153PförringEichstätt27
8045Gaden b.Pförring176153PförringEichstätt34
8048Großmehring176129GroßmehringEichstätt262
8053Mühlhausen161000IngolstadtIngolstadt4
8054Dünzlau161000IngolstadtIngolstadt32
8055Gerolfing161000IngolstadtIngolstadt73
8056Ingolstadt161000IngolstadtIngolstadt161
8058Unsernherrn161000IngolstadtIngolstadt241
8059Hagau161000IngolstadtIngolstadt110
8060Brunnenreuth161000IngolstadtIngolstadt60
8061Zuchering161000IngolstadtIngolstadt133
8062Winden161000IngolstadtIngolstadt49

Dokumentenservice für Teilnehmer/Innen an der Informationsveranstaltung zu diesem Thema vom 28.01.2021
Die Präsentationen stehen bis zum 31.03.2021 zum Nachlesen zur Verfügung. Die Urheberrechte an den Unterlagen sind zu beachten; sie liegen in der Regel bei den Autoren.

Rote Gebiete, Gelbe Gebiete

Ausführungsverordnung DüV - Rote Gebiete, Gelbe Gebiete seit 01.01.2021

Neben der Gebietsausweisung verpflichtet die Düngeverordnung die Landesregierungen, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "Rote Gebiete") oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern (sogenannte "Gelbe Gebiete") per Landesverordnung Auflagen bei der Landbewirtschaftung zu erlassen. Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der "Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (AVDüV)" nach.
Die betroffenen Flächen und der prozentuale Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) eines Betriebs können von jedem Landwirt im zugangsgeschützten Bereich von iBALIS unter dem Register Betriebsinformation > Betriebsspiegel > rote und gelbe Gebiete (AVDüv) eingesehen werden. Im öffentlich zugänglichen Kartenviewer Agrar und in der Feldstückskarte können die betroffenen Flächen zudem eingesehen werden.

Erklärfilme

Videos zur Ausweisung der Roten und Gelben Gebiete (AV DüV)

Titelbild der Videos zur Ausweisung der Gebietskulisse; Schriftzug Ausweisund Rote und Gelbe Gebiete
In Videos erklärt die Landesanstalt für Landwirtschaft die Ausweisung der Roten und Gelben Gebiete. In einem Video geht es zudem um Anpassungsmöglichkeiten – und die Frage, wie man als Landwirt oder in der Beratung an die Änderungen der Düngeverordnung und die Auflagen in den Roten und Gelben Gebieten herangeht und die landwirtschaftlichen Abläufe anpasst.

Videos - LfL Externer Link

Änderung der Düngeverordnung seit 01.05.2020

Am 01.05.2020 traten die Änderungen der Düngeverordnung in Kraft. Mit Jahresbeginn 2021 sind nun die meisten neuen Vorgaben wirksam:
  • Wegfall der Nährstoffbilanz, stattdessen Aufzeichnung der tatsächlichen Düngung innerhalb von 2 Tagen nach der erfolgten Düngung:
    • Neben der Schlagbezeichnung, Bewirtschaftungseinheit und der Schlaggröße sind die Düngerart, die Ausbringmenge und die Gesamtmenge des ausgebrachten Stickstoffs und des Phosphats aufzuzeichnen.
    • Bei Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen.
    • Die Aufzeichnungen können formlos (z.B. handschriftlich) erfolgen (siehe Muster-Formblatt). Ab 2021 wird die Aufzeichnung direkt in der EDV-Anwendung zur Düngebedarfsermittlung der LfL möglich sein.
  • Erweiterung der Sperrfristen für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost (1.12.-15.01.)
  • Neue Sperrfrist für Phosphatdünger mit mehr als 0,5 % Phosphat in der Trockenmasse (1.12.-15.01.)
  • Begrenzung der Düngung von Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau mit flüssigen organischen Düngern auf 80 kg N/ha ab 01.09.
  • Erweiterung der Gewässerabstände bei zum Gewässer hin geneigten Flächen
  • Die Anrechnung der organischen Düngung im Herbst wurde geändert. Zudem können Ausbringverluste bei der Düngebedarfsermittlung nicht mehr berücksichtigt und abgezogen werden.
  • Bei der Berechnung der 170 kg-Grenze sind folgende Flächen von der landwirtschaftlichen Fläche (LF) abzuziehen: Flächen, die nicht gedüngt und nicht genutzt werden sowie Flächen, auf denen die Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern, einschließlich Wirtschaftsdüngern vertraglich verboten ist (z.B. WSG Zone II, AUM und VNP)
Die Vorgaben zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz bleiben davon unberührt und gelten wie bisher.

Übersicht zur Düngung

Bedarfsgerechte Düngung und optimale Nährstoffausnutzung im landwirtschaftlichen Betrieb sind die Basis für eine optimale Pflanzenentwicklung sowie langfristig gesunde Böden und den Schutz unserer natürlichen Ressourcen. Dazu muss der betriebliche Nährstoffkreislauf ausgewogen sein. Neben der Düngeverordnung (DüV) geben die Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV) und die Wirtschaftsdüngerverbringungsverordnung (WDüngV) den rechtlichen Rahmen hierfür vor.
Nachfolgend sind hierzu die wichtigsten Vorgaben im Verlauf der Düngesaison aufgeführt. Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Vor der Düngung

Bereits vor der Düngung und zur Planung am Jahresanfang sind zu beachten:

Kalkulation der organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha)

Mit organischen und organisch-mineralischen Dünger darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebs nur so viel Stickstoff (N) ausgebracht werden, dass 170 kg N/ha und Jahr nicht überschritten werden.

Berechnung organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha) - LfL Externer Link

Einhaltung des Lagerkapazität für organische Dünger

Die im Betrieb vorhandenen Wirtschaftsdünger und Gärreste müssen über festgesetzte Zeiten gelagert werden können. Für eine ordnungsgemäße Lagerung sind entsprechend große Kapazitäten nachzuweisen.

Lagerraumkapazität für organische Dünger - LfL Externer Link

Aufzeichnungs- und Meldeplicht bei Auf- oder Abgabe von Wirtschaftsdüngern

Beim Abgeben, Befördern und/oder Aufnehmen von mehr als 200 Tonnen organischem Dünger pro Jahr sind die Vorgaben der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) zu beachten.

Vorgaben der Verbringungsverordnung - LfL Externer Link

Berechnung der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat

Die Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat (DüV) ist für jede Kultur und alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten schriftlich zu erstellen. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Programm zur Düngebedarfsermittlung - LfL Externer Link

Ziehen von Materialproben für Laboruntersuchungen

DüV und Stoffstrombilanzverordnung geben verschiedene Kennzahlen und Basisdaten für die Berechnungen vor. Es können und teilweise müssen (Rote Gebiete) aber auch eigene Untersuchungen von Materialproben durchgeführt werden.

Anleitung zum Ziehen von Materialproben - LfL Externer Link

Bei der Düngung

Bei der Düngung sind zu beachten:

  • Eine Ausbringung auf überschwemmtem, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten.
  • Vorgaben zur Gerätetechnik
  • Regelungen zur Einarbeitung von Düngemitteln
  • Abstände zu Oberflächengewässern
  • Sperrfristen

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Bodennahe Gülleausbringung in Feldversuchen zur angepassten organischen Düngung

Nach der Düngung

Aufzeichnung Düngemaßnahmen

Innerhalb von zwei Tagen müssen erfolgte Düngemaßnahmen aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen umfassen neben der Schlagbezeichnung und der Schlaggröße die Düngerart, die Ausbringmenge und die Gesamtmenge des ausgebrachten Stickstoffs und Phosphats. Bei Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen. Bis zum Ablauf des 31. März des Folgejahres müssen die aufgebrachten Mengen dann zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes zusammengefasst werden. Ebenso muss der ermittelte Düngebedarf einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Düngebedarfs zusammengefasst werden.

Berechnung Nährstoffvergleich und Stoffstrombilanz

Der Nährstoffvergleich ist nicht mehr Inhalt der Düngeverordnung und somit zum 01. Mai 2020 weggefallen. Zur betrieblichen Orientierung kann es aber hilfreich sein, den Nährstoffvergleich zu rechnen. Im Hinblick auf die Stoffstrombilanz empfiehlt es sich für alle Betriebe, die Nährstoffe jährlich zu bilanzieren. Die Erstellung der Stoffstrombilanz ist schon jetzt für bestimmte Betriebe Pflicht.

Nährstoffvergleich und Stoffstrombilanz im landwirtschaftlichen Betrieb - LfL Externer Link

Winter 2020/2021: Kernsperrfristen nach der Düngeverordnung

Anordnung des AELF Pfaffenhofen, Fachzentrum Agrarökologie, für:

  • Landkreise Altötting, Dachau, Eichstätt, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Mühldorf am Inn, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen
  • Stadt Ingolstadt
Die Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, wird abweichend von § 6 Abs. 8 Satz 2 Düngeverordnung auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat spätestens 15. Mai 2020) im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse im Grünland hinsichtlich der Verwertung von Nährstoffen aus flüssigen Wirtschaftsdüngern und in Bezug auf die zu erwartenden Witterungsverhältnisse festgelegt auf die Zeit vom:

Grünland: 15. November 2020 bis 14. Februar 2021

Anordnung des AELF Pfaffenhofen, Fachzentrum Agrarökologie, für:

  • Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Ebersberg, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Miesbach, München, Rosenheim, Starnberg, Traunstein, Weilheim-Schongau
  • Städte München und Rosenheim
Die Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, wird abweichend von § 6 Abs. 8 Satz 2 Düngeverordnung auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat spätestens 15. Mai 2020) im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse im Grünland hinsichtlich der Verwertung von Nährstoffen aus flüssigen Wirtschaftsdüngern und in Bezug auf die zu erwartenden Witterungsverhältnisse festgelegt auf die Zeit vom

Grünland: 29. November 2020 bis einschließlich 28. Februar 2021

Für den Herbst gilt darüber hinaus in allen Landkreisen:

Vom 01.09. bis zu Beginn der Sperrfrist dürfen nur noch 80 kg Gesamt-N aus flüssigen Wirtschaftsdüngern und anderen organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln ausgebracht werden. Diese Grenze gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren.
Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff > 1,5 % Gesamtstickstoff in der Trockenmasse (ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte) dürfen zu den nachfolgend genannten Zeiten nicht aufgebracht werden:
  • Ackerland: nach Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar 2021
  • Sperrfrist für Phosphatdünger > 0,5 % Phosphat in der Trockenmasse: 1. Dezember 2020 bis 15. Januar 2021
  • Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost: 1. Dezember bis 15. Januar. Die Grenze 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff gilt für diese Stoffe nicht.
  • Feldgemüse: 1. Dezember bis 31. Januar
Hinweis:
Im Übrigen bleiben die Bestimmungen der Düngeverordnung unberührt. Dies gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel mit wesentlichen Nährstoffgehalten an Stickstoff und Phosphat auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Böden auszubringen.
Bitte beachten Sie abweichend gültige Kernsperrfristen z. B. in Wasserschutzgebieten.

Allgemeinverfügung

Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik

Für den Regierungsbezirk Oberbayern hat das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a.d.Ilm – Fachzentrum Agrarökologie – eine Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik erlassen. Sie gilt ab 1. Februar 2020.
Nach § 6 Abs. 3 Satz 1 Düngeverordnung (DüV) dürfen flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger, mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff im Falle von bestelltem Ackerland ab dem 1. Februar 2020 nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Davon sind Ausnahmen möglich, die mit der Allgemeinverfügung des zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a.d.Ilm – Fachzentrum Agrarökologie – genehmigt werden:
a. Gemäß § 6 Abs. 3 Satz 3 DüV wird als anderes Verfahren mit vergleichbar geringen Ammoniakemissionen die Ausbringung von Jauche sowie von anderen flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) genehmigt.
b. Eine Ausnahme von § 6 Abs. 3 Satz 1 DüV wird aufgrund folgender agrarstruktureller Besonderheiten erteilt:

Kleine Betriebe mit weniger als 15 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF). Zur Ermittlung dieser Grenze können nachfolgend genannte Flächen abgezogen werden:

  • Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- und Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 1 DüV)
  • Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar, wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 2 DüV)
  • Grünlandflächen mit einer Hangneigung von mehr als 20 Prozent auf mehr als 30 Prozent eines Feldstücks
  • Streuobstwiesen
Die Genehmigung der Ausbringung von flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent TS-Gehalt nach Buchstabe a) setzt voraus, dass die Einhaltung des TS-Gehaltes der Düngemittel jederzeit nachgewiesen werden kann. Hierfür ist die erforderliche Lagerkapazität für die flüssigen organischen Düngemittel einschließlich des ggf. zugegebenen Wassers über das Programm zur Lagerraumberechnung der Landesanstalt für Landwirtschaft nachzuweisen:

www.lfl.bayern.de/lagerkapazitaet Externer Link

Zusätzlich ist das Düngemittel im Labor zu untersuchen. Das Untersuchungsergebnis darf bei der Ausbringung nicht älter als 2 Jahre sein. Für Jauche ist keine Untersuchung erforderlich.

Allgemeinverfügung Ausbringtechnik pdf 2,8 MB

Mehr zum Thema
Weitergehende und aktuelle Informationen zur Düngung bieten die Internetseiten der LfL.